Was ist ein Temperaturmapping-Protokoll genau?
Das Protokoll ist der vorab freigegebene Studienplan. Darin wird beschrieben, welcher Raum oder welches Gerät bewertet wird, unter welchen Bedingungen die Studie läuft, welche Loggerpositionen verwendet werden und nach welchen Kriterien die Ergebnisse später beurteilt werden.
Für GDP-regulierte Lagerung ist das mehr als saubere Dokumentation. Kapitel 3.2.1 der EU-GDP-Leitlinie fordert eine initiale Temperaturkartierung vor Inbetriebnahme unter repräsentativen Bedingungen. Derselbe Abschnitt macht auch deutlich, dass das Routine-Monitoring auf Grundlage des Mappingergebnisses positioniert werden muss.
Warum ist dieses Dokument im Audit so wichtig?
Ein Bericht kann im Nachhinein ordentlich aussehen. Ohne ein starkes Protokoll bleibt die Begründung aber dünn. Wenn Messpunkte, Dauer oder Akzeptanzkriterien erst nachträglich ergänzt werden, lässt sich deutlich schlechter nachweisen, dass die Studie von Anfang an sinnvoll aufgebaut war. Deshalb fragen Auditoren oft zuerst nach dem Protokoll und erst danach nach Grafiken und Schlussfolgerungen.
Die WHO betrachtet das pragmatisch: Protokoll, Durchführung, Bericht und Follow-up bilden zusammen eine Studie. ISPE legt dabei besonderen Wert auf vorab definierte Temperaturgrenzen, zulässige Abweichungen und eine risikobasierte Teststrategie.
Protokoll und Bericht sind nicht dasselbe Dokument
Diese Seite behandelt das Protokoll selbst. Der Bericht folgt erst nach der Messung und zeigt, was die Daten bedeuten. Wenn Sie diese Unterscheidung zuerst schärfen möchten, lesen Sie auch Protokoll versus Bericht. Wenn Sie sehen möchten, wie das vollständige Dossier zusammenhängt, schauen Sie in das Beispieldossier für Temperaturmapping.
| Protokoll | Bericht | |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Vor der Messung | Nach der Messung |
| Zweck | Festlegen, wie die Studie durchgeführt wird | Bewerten, was die Studie gezeigt hat |
| Kerninhalt | Scope, Loggerpositionen, Dauer, Kriterien, Testbedingungen | Rohdaten, Grafiken, Hot- und Cold-Spots, Abweichungen, Schlussfolgerung |
| Auditwert | Zeigt, dass das Studiendesign vorab durchdacht war | Zeigt, ob der Bereich innerhalb der Kriterien gearbeitet hat |
Für welche Räume und Geräte braucht man ein Protokoll?
Die Grundstruktur ist ähnlich für Lager, Kühlräume, Gefrierschränke, Kühlschränke, ULT-Gefrierschränke und andere kontrollierte Lagerbereiche. Was sich ändert, ist die technische Begründung: Loggerdichte, Messdauer, Türöffnungen, Beladungszustand und die Frage, ob saisonale Einflüsse relevant sind.
Die WHO nennt ausdrücklich unter anderem Gefrierräume, Kühlräume, Lager, Wareneingangs- und Versandbereiche sowie bei Bedarf auch Laborumgebungen. Genau deshalb ist ein Standardaufbau hilfreich, solange der Inhalt wirklich an Raum oder Gerät angepasst wird.
