Akzeptanzkriterien und Messunsicherheit beim Temperaturmapping

„Alle Messwerte müssen zwischen 2 und 8 °C liegen." – so steht es in fast jedem Mapping-Protokoll. Und genau so stimmt es eben nicht ganz, denn Ihre Datenlogger bringen selbst eine Fehlerspanne mit. Auf dieser Seite erklären wir in klarer Sprache, wie Messunsicherheit (die MPE Ihres Loggers) funktioniert, was eine Akzeptanzgrenze wirklich ist und wie Sie sie mit einer einzigen Subtraktion herleiten. Mit Rechenbeispielen, die Sie direkt ins Protokoll übernehmen können.

Was macht das Guard Band?

Kühlraum 2–8 °C, Logger mit MPE ±0,50 °C

1 2 4 6 8 9 2 °C 8 °C 2,50 7,50 Akzeptanzgrenze Messwerte müssen hier liegen GB GB 0,50 °C 0,50 °C
Spezifikationsbereich 2–8 °C Guard Band Akzeptanzgrenze
Kurzantwort

Ihre Akzeptanzgrenze ist enger als der Spezifikationsbereich des Produkts. Sie ziehen die MPE (Maximum Permissible Error) Ihres Loggers auf beiden Seiten ab. Das nennt man Guard Band. Was übrig bleibt, ist der Bereich, in dem jeder Messwert der Mapping-Studie liegen muss, damit Sie belegen können, dass der Raum innerhalb des Spezifikationsbereichs geblieben ist. Für einen Kühlraum 2–8 °C mit einem Logger von ±0,5 °C ergibt sich damit eine Akzeptanzgrenze von 2,50 bis 7,50 °C. Nach demselben Prinzip leiten Sie anschließend die Alarmgrenzen Ihres festen Monitorings ab.

Auf einen Blick

  • Der Spezifikationsbereich Ihres Produkts (etwa 2–8 °C) ist nicht Ihre Akzeptanzgrenze. Sie müssen enger messen, um belegen zu können, dass Sie innerhalb dieses Bereichs geblieben sind.
  • Jeder Datenlogger hat eine MPE (Maximum Permissible Error): die maximale Abweichung, die der Hersteller über das gesamte Kalibrierintervall garantiert. Bei einem guten Logger liegt sie meist bei ±0,3 bis ±0,5 °C.
  • Diese MPE ziehen Sie beidseitig vom Spezifikationsbereich ab. Das nennt man Guard Band. Übrig bleibt Ihre Akzeptanzgrenze für die Mapping-Studie.
  • Für Ihre Alarmgrenzen nutzen Sie dasselbe Guard Band und rechnen zusätzlich einen Sicherheitszuschlag für die Reaktionszeit der technischen Abteilung ein.
  • Halten Sie dieses Vorgehen explizit im Protokoll fest. Das ist das erste, was ein Auditor prüft.

Warum „2 bis 8 °C" nicht Ihre Akzeptanzgrenze ist

In vielen Protokollen steht „2–8 °C" als Akzeptanzkriterium. Ein paar Zeilen weiter unten findet sich eine Tabelle mit Loggern, deren Genauigkeit mit ±0,5 °C angegeben ist. Auf den ersten Blick passt das zusammen – doch die beiden Angaben widersprechen sich in Wahrheit. Ein Beispiel.

Angenommen, Ihr höchster gemessener Wert liegt bei 7,9 °C. Ihr Logger hat eine MPE von ±0,5 °C. Dann liegt die tatsächliche Temperatur irgendwo zwischen 7,4 und 8,4 °C. Anders gesagt: Sie wissen nicht mit Sicherheit, ob der Raum tatsächlich innerhalb von 2–8 °C geblieben ist. Die Messung lässt das offen. Eine solche Schlussfolgerung hält im Audit nicht stand.

Die Lösung besteht nicht zwangsläufig darin, einen teureren Logger anzuschaffen. Sie besteht darin, dass Sie vorab festlegen, wie Sie mit dieser MPE umgehen, und die Akzeptanzgrenze enger fassen als den Spezifikationsbereich. Genau darum geht es auf dem Rest dieser Seite.

Drei Begriffe, die häufig verwechselt werden

Bevor gerechnet wird, lohnt es sich, drei Größen sauber auseinanderzuhalten. Ihre Bezeichnungen klingen ähnlich, ihre Funktionen sind aber grundverschieden.

WasWer legt es festWofür es dient
Spezifikationsbereich (z. B. 2–8 °C)Hersteller, ArzneibuchDie Grenze, außerhalb derer das Produkt an Qualität verliert.
Akzeptanzgrenze (Mapping)Sie, im Mapping-ProtokollBereich, in dem alle Messwerte liegen müssen, damit die Studie gültig ist. Enger als der Spezifikationsbereich – durch das Guard Band.
Alarmgrenze (Monitoring)Sie, nach dem MappingBei welchem Wert ein fester Monitoring-Sensor Alarm auslöst. Enger als die Mapping-Grenze durch einen zusätzlichen Sicherheitszuschlag für die Reaktionszeit.

Der Rest dieser Seite behandelt die zweite Zeile: Wie kommen Sie vom Spezifikationsbereich zur Akzeptanzgrenze? Zum Schluss übertragen wir das auf die dritte Zeile.

Was ist MPE genau?

MPE steht für Maximum Permissible Error: die maximale Abweichung, die der Hersteller Ihrem Logger über das gesamte Kalibrierintervall (in der Regel 12 Monate) zusichert. Es handelt sich um einen Sammelwert: Alles, was die Messung verfälschen kann, ist darin enthalten. Kalibrierunsicherheit, Drift, Auflösung, Linearität – Sie bekommen eine einzige Zahl, und der Hersteller garantiert, dass der Logger innerhalb dieses Rahmens bleibt, sofern er rechtzeitig nachkalibriert wird.

Die MPE finden Sie im Datenblatt Ihres Loggers, manchmal unter „Genauigkeit" oder „Messgenauigkeit". Bei den meisten Datenloggern liegt sie zwischen ±0,1 °C (Referenzgeräte) und ±0,5 °C (Standardlogger für den GDP-Alltag).

Damit die MPE als Sammelwert genutzt werden darf, gilt eine wichtige Voraussetzung: Der Logger muss über einen Kalibrierschein verfügen, der auf ein anerkanntes nationales Normal rückführbar ist (etwa PTB, NIST oder ein vergleichbares nationales Metrologieinstitut), und die Kalibrierung muss noch gültig sein (in der Regel ≤ 12 Monate). Nur dann dürfen Sie die MPE als Grenze für Ihr Guard Band ansetzen. Ist die Kalibrierung älter oder fehlt die Rückführbarkeit, greift die Herstellergarantie nicht mehr und Sie müssen die einzelnen Beiträge separat aufstellen (siehe Wann Sie tiefer rechnen müssen).

Was ist ein Guard Band – in einfachen Worten?

Ein Guard Band ist nichts anderes als ein Sicherheitszuschlag, den Sie beidseitig von Ihrer Grenze abziehen. Denken Sie an die Autobahn: Wenn Sie den Tempomat exakt auf 130 stellen, Ihr Tacho aber um bis zu 5 km/h daneben liegen kann, fahren Sie zur Sicherheit mit 125. Diese 5 km/h sind Ihr Guard Band.

Beim Temperaturmapping sieht das so aus:

Akzeptanzgrenze (oben)   =  obere Spezifikationsgrenze   −  MPE
Akzeptanzgrenze (unten)  =  untere Spezifikationsgrenze  +  MPE

Mehr ist es nicht. Die MPE aus dem Datenblatt ist Ihr Guard Band. Eine Subtraktion, fertig.

Rechenbeispiel: Akzeptanzgrenze berechnen

Zwei typische Situationen im direkten Vergleich, jeweils mit einem Logger von MPE ±0,5 °C. Das ist der Wert, dem man im Alltag am häufigsten begegnet.

Beispiel 1: Kühlraum 2–8 °C

Spezifikationsbereich 2 bis 8 °C, Logger mit MPE ±0,5 °C.

Akzeptanzgrenze (oben)   =  8,0  −  0,5  =  7,5 °C
Akzeptanzgrenze (unten)  =  2,0  +  0,5  =  2,5 °C

Ihre Akzeptanzgrenze liegt somit bei 2,50 bis 7,50 °C.

Ergebnis: Jeder Messwert muss zwischen 2,5 und 7,5 °C liegen, damit Sie belegen können, dass der Raum im Bereich 2–8 °C geblieben ist.

Beispiel 2: GDP-Lager 15–25 °C

Spezifikationsbereich 15 bis 25 °C, derselbe Logger mit MPE ±0,5 °C.

Akzeptanzgrenze (oben)   =  25,0  −  0,5  =  24,5 °C
Akzeptanzgrenze (unten)  =  15,0  +  0,5  =  15,5 °C

Ihre Akzeptanzgrenze liegt somit bei 15,50 bis 24,50 °C.

Ergebnis: Jeder Messwert muss zwischen 15,5 und 24,5 °C liegen. Genau so findet sich das Vorgehen in den meisten GDP-Lagerberichten wieder.

Vorlagentext für Ihr Protokoll

Alle Messwerte des Mappings müssen innerhalb von 2,50–7,50 °C liegen. Diese Grenzen werden aus dem Spezifikationsbereich 2–8 °C abgeleitet, reduziert um die MPE der eingesetzten Datenlogger (±0,50 °C) als Guard Band. Die MPE gilt über das gesamte Kalibrierintervall von 12 Monaten und umfasst Kalibrierunsicherheit, Drift und Auflösung. Alle Logger sind innerhalb von 360 Tagen vor dem Einsatz rückführbar kalibriert. Kurzfristige Ausschläge durch geplante Störungen (Türöffnungen, Abtauzyklen) werden separat gemäß §X.Y dieses Protokolls bewertet.

Unsicher bei Ihren Akzeptanzgrenzen?

Vom Mapping zu den Alarmgrenzen für Ihr Monitoring

Nach dem Mapping installieren Sie feste Monitoring-Sensoren an den wärmsten und kältesten Positionen, die Sie ermittelt haben. Für diese Sensoren legen Sie Alarmgrenzen fest. Sie verfolgen einen anderen Zweck als die Akzeptanzgrenze der Mapping-Studie: Sie sollen Sie warnen, bevor das Produkt gefährdet ist. Deshalb kommt eine weitere Ebene hinzu – die Zeit, die Ihr Team zum Reagieren braucht.

In der Praxis arbeiten Sie mit einem gestuften System. Beispiel für einen Kühlraum 2–8 °C, MPE ±0,5 °C und einem operativen Reaktionszuschlag von 0,5 °C:

StufeUntergrenzeObergrenzeWas passiert
Warnung3,0 °C7,0 °CInterne Benachrichtigung, Technik beobachtet die Lage. Noch keine Produktauswirkung.
Aktionsgrenze2,5 °C7,5 °CTechnik vor Ort, Ursachenanalyse gestartet.
Exkursion2,0 °C8,0 °CFormelle Abweichung, Produktbewertung durch QA.

Ein Zusatz: Steht Ihr fester Sensor nicht am wärmsten Punkt aus der Mapping-Studie, kommt der Temperaturunterschied zwischen diesem Worst-Case-Punkt und der Sensorposition noch obendrauf. Beträgt dieser Unterschied in unserem Beispiel 0,5 °C, sinkt die obere Aktionsgrenze auf 7,0 °C.

Wann Sie tiefer rechnen müssen

Der MPE-Ansatz ist elegant und für die meisten Routine-Mappings ausreichend. Es gibt drei Konstellationen, in denen Sie die einzelnen Beiträge separat aufstellen sollten:

  • Sie mischen Loggermodelle mit unterschiedlichen MPE-Werten in derselben Studie. Der Sammelwert ist dann keine einheitliche Größe mehr.
  • Ihre Kalibrierung ist älter als 12 Monate, oder der Logger besitzt keinen rückführbaren Kalibrierschein. Die Herstellerzusage greift dann nicht mehr.
  • Sie möchten die Akzeptanzgrenze etwas weiter fassen, als der MPE-Ansatz erlaubt, und können mit belastbaren Zahlen zeigen, dass die einzelnen Beiträge zusammen unter dem MPE-Sammelwert bleiben.

In diesen Fällen setzen Sie die kombinierte Standardunsicherheit uc aus den einzelnen Beiträgen zusammen und kombinieren sie über die Wurzel-Quadratsumme-Methode nach dem GUM (Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement). Die vier Hauptbeiträge:

  • Kalibrierunsicherheit. Steht auf dem Kalibrierschein, typischerweise ±0,1 bis ±0,3 °C.
  • Drift. Die schleichende Veränderung Ihres Loggers seit der letzten Kalibrierung, rund 0,05 bis 0,1 °C pro Jahr.
  • Auflösung. Die kleinste Stufe, die der Logger anzeigt, typischerweise 0,1 °C.
  • Räumlicher Gradient. Die Streuung zwischen den Loggern zum selben Zeitpunkt. Meist der größte Einzelbeitrag.

Ein durchgerechnetes Beispiel für einen Kühlraum 2–8 °C sieht dann so aus:

Ausführliche Berechnung für einen Kühlraum 2–8 °C

Jeder Beitrag wird zunächst in eine Standardunsicherheit u umgerechnet und anschließend kombiniert.

QuelleWertu (°C)
Kalibrierunsicherheit (aus Zertifikat)±0,200,100
Drift über 12 Monate±0,100,058
Auflösung des Loggers0,100,029
Räumlicher Gradient im Raum±0,300,173
u_c = √(0,100² + 0,058² + 0,029² + 0,173²)
    = 0,21 °C

Guard Band bei k = 2:
GB  = 2 × 0,21  =  0,42 °C

Akzeptanzgrenze = 2,42 – 7,58 °C

Ergebnis: Die ausführliche Berechnung liefert hier 2,42–7,58 °C statt 2,50–7,50 °C. Etwas mehr Spielraum, dafür eine Seite mehr Begründung. Für die meisten Protokolle wiegen diese 0,08 °C den Zusatzaufwand nicht gegen die Einfachheit des MPE-Ansatzes auf.

Kurz gesagt: Beginnen Sie immer mit dem MPE-Ansatz. Die ausführliche Berechnung nehmen Sie nur dann dazu, wenn Sie sie wirklich brauchen.

Was ins Protokoll gehört

Auditoren suchen bei einem Mapping immer nach denselben vier Angaben. Sorgen Sie dafür, dass alle vier vorhanden sind.

  1. Welche Methode Sie anwenden (die MPE-Subtraktion ist der Standard und ist gut begründbar).
  2. Welchen MPE-Wert Sie verwenden und woher er stammt (Verweis auf Datenblatt und Kalibrierschein).
  3. Welche Gültigkeit Ihre Kalibrierungen haben (Datum, Laboratorium, Rückführbarkeit auf ein nationales Normal).
  4. Wie Sie mit Grenzfällen umgehen: Messwerte, die 0,1 bis 0,2 °C unter der Grenze liegen, verdienen einen gesonderten Hinweis – auch wenn sie formal konform sind.

Fehlt einer dieser Punkte, ist die Mapping-Schlussfolgerung selbst nicht auditfest – egal, wie sorgfältig gemessen wurde.

Häufige Fehler

  • Den Spezifikationsbereich eins zu eins als Akzeptanzgrenze übernehmen, ohne Guard Band.
  • Einen MPE-Wert verwenden, ohne zu prüfen, ob die Kalibrierung noch gültig ist.
  • Logger mit unterschiedlichen MPE-Werten mischen und vergessen, den größten MPE anzuwenden.
  • Alarmgrenzen mit der Mapping-Akzeptanzgrenze gleichsetzen (dann fehlt die Reaktionszeit).
  • Das Guard Band asymmetrisch anwenden, ohne dies aus den Produktunterlagen zu begründen.
  • Die Methode nicht ausdrücklich im Protokoll benennen; Auditoren erkennen das sofort.

Verwendete Quellen

  • ISPE Good Practice Guide, Controlled Temperature Chamber Mapping and Monitoring: Referenz für die Herleitung von Akzeptanz- und Alarmgrenzen.
  • ISO/IEC 17025:2017: Anforderungen an Konformitätsaussagen (§7.1.3).
  • JCGM 100:2008, Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement (GUM), für die ausführliche Berechnung.
  • WHO TRS 961 Annex 9 Supplement 8, Temperature mapping of storage areas.
  • EU-GDP 2013/C 343/01, §3.2, zu Temperaturmapping und Monitoringpositionen.
  • ILAC-G8:09/2019, Leitlinie zu Entscheidungsregeln und Konformitätsaussagen.
  • ANSI/NCSL Z540.3, Test Uncertainty Ratio (TUR).

Weiter vertiefen

Diese Seite gehört zur Reihe rund um Protokoll und Bericht:

Prüfen, ob Ihr Protokoll auditfest ist?

Gehen Sie mit einer kurzen Checkliste durch Akzeptanzkriterien, Kalibrierstatus und Berichtsinhalte – und sehen Sie, was ein Auditor als Erstes bemängeln würde.

Audit-Check startenAudit-Check-Tool für Temperaturmapping

Akzeptanzgrenzen nach Raumtyp

Richtwerte mit einem gängigen Logger von MPE ±0,5 °C. Mit einem feineren Logger wird das Guard Band entsprechend kleiner.

01

Kühlraum 2–8 °C

Der engste Bereich. Akzeptanzgrenze: 2,5–7,5 °C bei MPE ±0,5 °C. Ein Logger mit ±0,3 °C schafft zusätzlichen Spielraum.

02

Lager 15–25 °C

Weiter Bereich, unproblematisch. Akzeptanzgrenze: 15,5–24,5 °C. Saisonale Einflüsse ausdrücklich einplanen: im heißesten Monat messen.

03

Gefrierraum −20 °C

Bereich typischerweise −25 bis −15 °C. Akzeptanzgrenze: −24,5 bis −15,5 °C. Wichtig: Abtauzyklen separat aus dem Datensatz behandeln.

04

Klimakammer (T + rF)

Getrennte MPE-Werte für Temperatur und relative Feuchte. Die rF-MPE liegt üblicherweise bei 2 bis 3 %. Diesen Wert vom rF-Spezifikationsbereich abziehen.

05

Apothekenkühlschrank

Kleines Volumen, günstiger Fall. Akzeptanzgrenze: 2,5–7,5 °C. Die Produktverantwortung verlangt dennoch eine ausdrückliche Berechnung.

06

ULT-Gefrierschrank −80 °C

Weiter Bereich, MPE hat verhältnismäßig wenig Einfluss. Der Fokus verschiebt sich auf die Rückkehr nach Türöffnungen und die Produktposition in den Schubladen.

Möchten Sie das für Ihren eigenen Raum durchrechnen? Kurze Beratungsanfrage stellen. Eine Sitzung reicht in der Regel, um Ihre Protokolltexte wasserdicht zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen

Praktische Antworten auf die häufigsten Fragen zu Akzeptanzkriterien und Messunsicherheit beim Temperaturmapping.

Tipp: Konkrete Situation? Die Quellenliste oben deckt jede Richtlinie ab, mit der Sie Ihre Wahl begründen können.

Grundlagen

Was ist der Unterschied zwischen Akzeptanzgrenze und Alarmgrenze?
Die Akzeptanzgrenze gilt für die zeitlich begrenzte Mapping-Studie: Jeder Messwert muss innerhalb dieser Grenze liegen, damit die Studie als gültig erklärt werden kann. Die Alarmgrenze gilt für das dauerhafte Monitoring und warnt Ihr Team, bevor die Produktgrenze erreicht wird. Beide werden aus demselben Spezifikationsbereich abgeleitet, jedoch mit unterschiedlichen Sicherheitsabständen: Beim Mapping wird ausschließlich die MPE berücksichtigt, beim Monitoring kommt zusätzlich die operative Reaktionszeit hinzu.
Wo finde ich die MPE meines Loggers?
Auf dem Datenblatt des Herstellers, meist unter „Genauigkeit" oder „Messgenauigkeit". Die MPE gilt über das gesamte Kalibrierintervall (typischerweise 12 Monate) und deckt alle Beiträge gemeinsam ab: Kalibrierunsicherheit, Drift, Auflösung und Linearität. Voraussetzung: Ihr Logger muss sich noch im gültigen Kalibrierzeitraum befinden.
Was gilt, wenn meine Kalibrierung älter als 12 Monate ist?
Dann verfällt die MPE-Garantie des Herstellers. Sie müssen eine ausführlichere Berechnung erstellen und dabei Kalibrierung, Drift und räumlichen Gradienten nach der GUM-Methode getrennt bewerten. In der Praxis ist es fast immer sinnvoller, den Logger einfach nachkalibrieren zu lassen, statt diese Zusatzrechnung aufzusetzen.

Guard Band und Loggerwahl

Was ist TUR und warum mindestens 4:1?
TUR steht für Test Uncertainty Ratio: das Verhältnis zwischen Toleranz und der zweifachen MPE. Vereinfacht gesagt: Ist Ihr Logger fein genug für den Bereich, den Sie deklarieren möchten? Die Faustregel TUR ≥ 4:1 stammt aus ANSI/NCSL Z540.3 und ILAC-G8. Liegt der Wert darunter, ist der Logger für diese Anwendung zu grob und auch das beste Guard Band hilft nicht mehr weiter.
Darf das Guard Band asymmetrisch angewendet werden?
Nur mit Begründung. Wenn sich die Risiken auf der warmen und kalten Seite deutlich unterscheiden (zum Beispiel bei einem 2–8 °C-Impfstoff, der Frost verträgt, aber keine Hitze), dürfen Sie das Guard Band asymmetrisch aufteilen. Halten Sie die Begründung im Protokoll fest und verweisen Sie auf die Produktakte oder Fachinformation.

Praxis und Grenzfälle

Wie geht man mit Messwerten knapp innerhalb der Akzeptanzgrenze um?
Werte innerhalb der Grenze gelten per Definition als konform. Auffällig ist der Randbereich: Werte innerhalb von 0,1 bis 0,2 °C zur Grenze verdienen eine separate Notiz im Bericht und meist eine ergänzende Risikobewertung. Sie sind kein automatischer Ablehnungsgrund, wohl aber ein Signal, dass der Sicherheitsabstand knapp ist.
Was tun, wenn Logger mit unterschiedlichen MPE-Werten in derselben Studie eingesetzt werden?
Nehmen Sie den größten MPE-Wert Ihres Sensorpools als Guard Band für die gesamte Studie. Das ist die konservative Wahl und im Audit gut vertretbar. Wenn Sie strenger vorgehen möchten, weisen Sie jeder Messstelle die MPE ihres eigenen Loggers zu – das erhöht jedoch den Aufwand bei Auswertung und Bericht deutlich. In der Praxis wählen die meisten Protokolle den einfacheren Weg.